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Presse Archiv 2005

 

Jahresbericht 2005

Der Jahresbericht für das Jahr 2005 ist verfügbar.

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Pegasus Heft 12/05 aus der Schweiz:

Ungewöhnliches Joint Venture am Reitinstitut Egon von Neindorff:

Ein Schweizer Hengst in Karlsruhe

Eine ungewöhnliche Zukunft haben Anita Hettich und Beat Münger von Hof Scheyenholz für ihren Nachwuchshengst "Ligero" vorgesehen: Der viel versprechende PRE-Hengst wird dem Reitinstitut Egon von Neindorff als unbefristete "Dauerleihgabe" zur Verfügung gestellt.

Text: Christiane Slawik
Fotos: www.slawik.com

ligero-presse-ch.jpgLigero, der "Leichtfüssige", ist ein geborener Champion. Sein Vater Cardinero ist der zweitbeste PRE-Hengst Spaniens. Mutter Marquesa ist auch nicht von schlechten Eltern. Seine Wiege stand in einem der besten Andalusiergestüte ausserhalb der iberischen Halbinsel: Hof Scheyenholz bei Bern bürgt für aussero rdentliche Qualität. Man war stolz auf das kompakte, viel versprechende Fohlen mit dem lebhaften Charakter. Sein Name war Programm. Elegant schwebte er mit jeder Menge Artgenossen über die Fohlenweide. Beste Voraussetzung für ein gesundes Sozialverhalten. Mit drei Jahren gewann der Hengst das deutsche Zuchtchampionat, erhielt von 160 Pferden die besten Bewegungsnoten für alle drei Grundgangarten. Die Körung absolvierte er mit der gleichen Leichtigkeit. Zuversichtlich machte man sich an die Grundausbildung. Bodenarbeit, Longe, schonendes Anreiten - alles gelang lehrbuchmässig. Ligeros menschenbezogener Charakter erleichterte das Training zusätzlich. Das junge Pferd war mehr als talentiert. Aber wie sollte es mit dem jungen Crack weitergehen? Anita Hettich und Beat Münger standen vor einem Problem: "Wir hatten verschiedene Möglichkeiten, aber keine war wirklich befriedigend! Natürlich konnten wir ihn behalten. Dagegen sprach, dass er und unser Deckhengst Flamenco Brüder sind. Langfristig gesehen macht das für einen Züchter keinen Sinn. Ihn zu kastrieren und als Wallach zu verkaufen, dazu war er nun wirklich zu schade. Als Hengst wollten wir ihn aber auch nicht verkaufen! Wir haben für den sensiblen, spritzigen Youngster keinen wirklich geeigneten Reiter gesehen, der ihn nicht nach ein paar Monaten wieder mit Riesenproblemen behaftet zurückbringt oder ihn am Ende einfach selbst kastriert."

Eine "Dauerleihgabe" für Karlsruhe

Erst ein Kontakt zum renommierten Reitinstitut Egon von Neindorff schien überraschend eine weitere, ziemlich außergewöhnliche Möglichkeit zu eröffnen:


ligero-presse-ch1.jpgLigero wird dem Institut als unbefristete Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt! "Wir haben uns mit dem Geschäftsführer der Stiftung, Dr. Stefan Wachtarz, bereits am Telefon sehr gut verstanden." Zunächst traf man sich in der Schweiz. Wachtarz war sofort von Scheyenholz angetan: "Wir wurden sehr freundlich empfangen! Es ist ein sehr ordentliches Gestüt mit wunderschönen Pferden." Sein erster Eindruck von Ligero: "Auch wenn man Flamenco gesehen hat, ist dieses Pferd ein wirklich beeindruckendes Modell!"

 

ligero-prese-ch2.jpgIm Mai folgte der Gegenbesuch nach Karlsruhe: "Auch wir wollten uns einmal ganz in Ruhe umsehen. Vorgefunden haben wir einen Betrieb in einer massiven Umbruchphase, aber mit Potenzial. Absolut ausschlaggebend war jedoch die Person von Dr. Wachtarz. Ich habe ihn reiten sehen. Das ist die eine Seite. Die andere war, dass er ein Mensch mit absolut klaren Zielvorstellungen ist. Das trifft man heutzutage nicht mehr so häufig! Er arbeitet daran, das Institut mit all seinem Wissen nicht zu verlieren. Leider stehen aber in den Stallungen keine jungen Pferde mehr und das kann doch nicht auf Dauer so bleiben. Wir hingegen hatten ein hervorragendes, junges Pferd, das sich das Institut nicht so einfach leisten könnte und brauchten einen Ort, wo es entsprechend seinen Fähigkeiten weiter gefördert würde und damit auch als Werbeträger für unsere qualitätsvolle Zucht fungieren kann - wenn sich seine Ausbildung auf dem Niveau, den dieses Pferd auch verdient, bewegen würde. Daraus wurde die Idee geboren, sich gegenseitig zu helfen. Natürlich ist das eine Vertrauenssache und -letztendlich eine sehr persönliche Entscheidung. Jeder trägt dabei ein Risiko!"

Mitte September klopfte dann eine kleine Schweizer Karawane, bestehend aus Beat, Anita, Ligero und Flamenco, der ebenfalls ein paar Tage in die Schule gehen sollte, an die Tore des Instituts. Man empfing sie mit offenen Armen. Dr. Wachtarz war begeistert von dem jungen Hengst: "Ligero präsentierte sich als echter Showman. Leichtfüssig, überragend - gar keine Frage. Er war ja nur angeritten, spielte aber sofort mit. Noch dazu hatte er sehr weiche Gänge, war super zu sitzen, stellte sich sofort an die Hand. Pferde, die wie er schon in die­sem Alter und Ausbildungsstand so locker und ohne jede Spannung sofort zulegen, sind extrem selten. Noch we­niger findet man sie bei den Spaniern ! Ich war total begeistert und wünschte mir nichts anderes, als dass aus dieser Idee etwas würde."

Ein Botschafter für die Schweiz

Schliesslich wurde man sich einig. Ligero ist seitdem der neue Star des Instituts. Lautstark hat er sich zunächst in den altehrwürdigen Stallungen eingeführt. Beeindruckt vom Ortswechsel, vergass er zunächst ein wenig seine gute Erziehung: "Er ist schon selbstbewusst!", urteilt Wachtarz, "beileibe keine Schlaftablette- und er möchte schon genau wissen, ob das auch alles so ernst gemeint ist, was wir hier mit ihm vorhaben. Er lässt sich aber auch gerne überzeugen. Insgesamt machen wir täglich Fortschritte. Ligero ist picobello angeritten und zeigt bereits jetzt eine unglaubliche Balance und Gehfreudigkeit unter dem Reiter. Das zusätzliche Gewicht beeindruckt und beeinträchtigt ihn in keiner Weise. Mit einer durchschnittlichen Remonte arbeitet man normalerweise erst mal ein bis zwei Jahre, bis man so weit ist! Das spricht für seine Extraklasse. Ligero ist einfach ein ideales Pferd!"

In Zukunft wird der PRE-Hengst weiter gefördert und soll auch als Schweizer Botschafter in den Vorstellungen des Institutes auftreten. Anita und Beat wollen regelmässig vorbeikommen, sich persönlich von seinen Fortschritten überzeugen und so ganz nebenbei mit Flamenco Unterricht nehmen. Ein reger Austausch zeichnet sich ab, der Kontakt spricht sich schnell herum. Einige Hemmschwellen scheinen bereits überwunden, denn das Institut verzeichnet seit dem ungewöhnlichen Joint Venture deutlich wachsende Kurs-Anfragen aus der Schweiz: "So unnahbar sind wir doch gar nicht. Und so weit weg auch nicht!", betont Wachtarz. "Unser Angebot steht allen ernsthaften Reitern offen!"

Infos: www.scheyenholz.ch
www.von-neindorff-stiftung.de

 

Badische Neueste Nachrichten (22.10.2005):

„Keine Spur von elitärem Elfenbeinturm"

... Mit Fingerspitzengefühl gibt sich das Institut ein neues Gesicht: „Wir sehen überlieferte Prinzipien bestätigt durch neue Erkenntnisse", formuliert Wachtarz diplomatisch. Das spricht sich herum: Zum Start einer neuen Seminarreihe mit zwei in der deutschsprachigen Fachwelt berühmten Referenten kamen 70 Teilnehmer, viele davon aus dem europäischen Ausland.

Der heutige Institutsleiter hat sich ganz der Schule seines Lehrmeisters verschreiben. Doch von elitärem Elfenbeinturm keine Spur: Regelmäßig starten Voltigierkinder in der historischen Kulisse, gerade hat die Kooperation mit der Neureuter Waldschule begonnen.

... will Wachtarz das Karlsruher Reitinstitut pflegen als „eine möglichst gute Schule für Pferd und Reiter". Die bescheidene Definition ist irreführend. Zwar hält die Egon-von-Neindorff-Stiftung weniger Rassepferde als die berühmten Großzentren der Hohen Schule. Aber in der Hauptsache, der sorgfältigen und unglaublich langsamen Ausbildung der Beteiligten, macht Karlsruhe keine Abstriche ....

 

 

Seit Mitte August 2005 steht ein neuer „Star" im Stall des Instituts:

Der 4 jährige spanische PRE-Hengst „Ligero" (der Leichtfüßige) --> siehe "Presseschau".

Das renommierte Schweizer Gestüt Hof Scheyenholz - in Rüfenacht, nahe Bern - hat uns dieses Pferd auf Dauer zur Verfügung gestellt. Er wird bei uns ausgebildet und soll später einmal eine besondere Rolle einnehmen. Das notwendige Potential ist dafür zweifellos vorhanden:

Er hat letztes Jahr in München das Championat der dreijährigen Hengste gewonnen und wurde mit einem Sonderpreis für die besten Bewegungen aller 160 anwesenden Pferde in allen drei Gangarten ausgezeichnet.

Hier sehen Sie ihn drei Tage nach seiner Ankunft, bereits von der bekannten Pferdefotografin Christiane Slawik in Szene gesetzt:

pre-ligero-kl08.jpgpre-ligero-kl40.jpgpre-ligero8g.jpg

Fotos: www.slawik.com